Werte? Werte!

 

Ein Wert ist eine Art von Überzeugung darüber, wie man sich verhalten sollte oder wie man sich nicht verhalten sollte, d. h. eine Überzeugung über einen normativen Sachverhalt (Rokeach 1968, S. 124). Nach Salem und Renner (2004a) sind Werte “persönliche und gesellschaftliche normative Standards, grundsätzliche Orientierungen oder Leitmotive (Klages & Kmieciak, 1981; Kluckhohn, 1951; Rokeach, 1973; Scholl-Schaaf, 1975; Schwartz, 1994)”. Die Auseinandersetzung mit Werten und Wertewandel hat eine lange Tradition und erfährt auch in der heutigen zeit wieder verstärktes Interesse. Wie sehen Werte in der heutigen Zeit aus? Bei Einzelnen, in Teams, in ganzen Unternehmen. Wie werden Werte nach innen und außen kommuniziert? Oft wird in Unternehmen davon gesprochen, dass sogenannte “Erfolgs-Werte” identifiziert werden können. Auch die Forschung zu Unternehmen, Unternehmenskultur und dem irtschaftliuchem Erfolg hat in den letzten Jahrzehnten ein verstärktes Interesse in der Wirtschaft geweckt. Genauso gab es einen erneuten Aufschwung in der Forschung zu Werten, was auch zu einer Vielzahl an theoretischen Modellen geführt hat, die erklären, wie der Zusammenhang zwischen Werten und Erfolg ermittelt wird. Durch ein schlüssiges und gelebtes Wertesystem, wie es in vielen Unternehmen bereits besteht, werden Mitarbeiterloyalität gestärkt, Kundenbeziehungen verbessert und der angestrebte Erfolg des Unternehmens ermöglicht. Identifikation mit den Unternehmenswerten ist neben den Mitarbeitern vor allem für Führungskräfte entscheidend, da sie die Unternehmenswerte aktiv und überzeugend vertreten sollen.

Mehr zur Wertestudie.

LITERATUR
Klages, H. (1987). Sozialpsychologie der Wohlfahrtsgesellschaft: Konturen eines Wissenschaftsprogramms. In H. Klages & W. Herbert (Hrsg.), Sozialpsychologie der Wohlfahrtsgesellschaft. Zur Dynamik von Wert- orientierungen, Einstellungen und Ansprüchen. Frankfurt u.a.: Campus.
Klages, H. & Kmieciak, P. (1981). Einführung. In H. Klages & P. Kmieciak (Hrsg.) Wertwandel und gesell- schaftlicher Wandel (2. Aufl.) (S. 11-19). Frankfurt, New York: Campus.
Kluckhohn, C. (1951). Values and value-orientations in the theory of action. An exploration in definition and classification. In T. Parsons & E. A. Shils (Hrsg.) Toward a general theory of action (S. 388-433). New York: Harper & Row.
Renner, W. & Salem, I. (2004a). Unterschiede zwischen Wertorientierungen nach Geschlecht, Alter, Berufsgruppe, Parteienpräferenz und Bundesland: Ergebnisse der Standardisierung des Österreichischen Wertefragebogens. ZA-Informationen, 54, 89-112.
Rokeach, M. (1973). The nature of human values. New York: Free Press.
Scholl-Schaaf, M. (1975). Werthaltung und Wertsystem. Ein Plädoyer für die Verwendung des Wertkonzep- tes in der Sozialpsychologie. Bonn: Bouvier.
Schwartz, S. H. (1992). Universals in the content and structure of values: theoretical advances and empirical tests in 20 countries. Advances in Experimental Social Psychology, 25, 1-65.